25 Jahre Talentschmiede des deutschen Jazz

Bundesjazzorchester gibt Konzert an Geburtsstätte Bonn

Helmut Kohl gratuliert Peter Herbolzheimer zur Gründung des Bundesjazzorchesters am 7. Januar 1988 im Bundeskanzleramt in Bonn.

„Back to the roots!“ heißt es am 4. Mai 2013. Dann kehrt das Bundesjazzorchester an seinen Ursprungsort zurück. Im Rahmen des Bonner Jazzfest präsentiert das Ensemble unter der Leitung von Niels Klein sein Programm „Next Generation“. Es beinhaltet junge, frisch komponierte Bigband-Titel – generiert aus dem 2. BuJazzO-Kompositionswettbewerb, den der Deutsche Musikrat in Kooperation mit der Bert-Kaempfert-Stiftung ausrief. Ein Programm aktuellster Bigband-Musik erwartet die Besucher in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.

Nicht unweit von diesem aktuellen Veranstaltungsort begeisterte vor 25 Jahren bereits die erste Generation der Jungjazzer: 1988 fand unter Leitung des Gründers und langjährigen Leiters, Peter Herbolzheimer, das erste Konzert im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium statt. Am folgenden Tag hielt das BuJazzO Einzug ins Bundeskanzleramt. Hier bedankte sich das Ensemble bei Helmut Kohl persönlich für die Geburtshilfe durch die Bundesregierung, die mit Geldern des WDR sowie der Jürgen-Ponto-Stiftung die Gründung dieses nationalen Jugendjazzorchesters ermöglichte. Weitere Förderer sind im Laufe der Jahre mit der Daimler AG und der GVL an Bord gekommen.

„Das Wirken und die musikalische Kompetenz des Bundesjazzorchesters, des offiziellen Jugendjazzorchesters der Bundesrepublik Deutschland, haben heute hohe Bedeutung für das Selbstbewusstsein sowie die Akzeptanz des Jazz in Deutschland“, so der Projektleiter des Ensembles Dominik Seidler.  Es gilt unter der künstlerischen Leitung von Jiggs Whigham und Niels Klein als ausgezeichnete Talentschmiede für zukünftige Jazzmusiker sowie als wichtiges Bindeglied zwischen Ausbildung und Beruf. Im Bundesjazzorchester treffen sich die besten Jazzer einer Generation. Unter den rund 750 Absolventen finden sich so herausragende Musiker wie Till Brönner, Roger Cicero, Tom Gaebel, Julia Hülsmann, Fredrik Köster, Robert Landfermann, Matthias Schriefl, Sebastian Sternal, Peter Weniger, Nils Wogram, Michael Wollny und Nils Wülker.

In genau einer Woche wird die aktuelle Besetzung des Bundesjazzorchesters zu einer Begegnungsreise nach Westafrika aufbrechen. Vom 9. Mai bis 1. Juni bereist das Ensemble den Senegal und Guinea-Bissau, um dort gemeinsam mit afrikanischen Musikern zu proben und zu konzertieren. Sieben Konzerte sind geplant. Initiator und Gastdirigent dieser musikalischen Begegnungsreise ist Mike Herting, der in seinem Projekt „GlobalMusicOrchestra“ seit Jahrzehnten transkulturelle Begegnungen auf höchstem Niveau inszeniert. Zwei weitere Auftritte im Ausland warten im Juli auf das Ensemble: Anlässlich der litauischen Ratspräsidentschaft wird das BuJazzO unter der Leitung von Niels Klein im Beisein des Bundespräsidenten Joachim Gauck am 12. Juli in Vilnius auftreten. „Solche Auftritte vor hochrangiger Prominenz schärfen den Blick der jungen Musiker für Seriosität, Professionalität und Disziplin“, so Seidler. Ein Konzert in Kroatien folgt am 26. Juli auf dem Festival „Jazz is back“ in Grožnjan auf Einladung der Jeunesses Musicales Kroatien.

Für seine Sommerarbeitsphase – es ist die insgesamt 52. des Orchesters – kehrt das BuJazzO dann wieder in seine Heimat zurück. Vom 10. bis 18. August treffen sich die Jungjazzer in der Landesmusikakademie Nordrhein-Westfalen in Heek. Gastdirigent ist WDR Jazzpreisträger Florian Ross, der eigene Kompositionen und Arrangements mit in die Arbeitsphase bringt. Das Programm mit dem Titel „Color Chart“ wird in anschließenden Konzerten in Heek und Köln präsentiert.

Zentrale Jubiläums-Feierlichkeiten sind für September in Berlin in Planung. Hier wird im Kleinen Sendesaal des RBB am 26. und 27. September die gesamte Vielfalt des Bundesjazzorchesters unter der Leitung der beiden künstlerischen Leiter Jiggs Whigham und Niels Klein erlebbar sein.

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